Hilfsorganisationen legen 4. gemeinsamen Jahresbericht vor

RV Münsterland

 

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Bereits zum vierten Mal legen die Münsteraner Hilfsorganisationen Arbeiter-Samariter-Bund (ASB), Deutsches Rotes Kreuz (DRK), Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) und Malteser Hilfsdienst (MHD) einen gemeinsamen Jahresbericht über die verschiedenen ehrenamtlichen Aktivitäten ihrer Mitglieder vor. Als Rahmen für die Präsentation des Berichts zeigen die Organisatoren im Foyer der Bezirksregierung noch einmal die preisgekrönte Ausstellung „Ehrenamtlich. Für dich. Für Münster.“. Fotograf Alexander Licht hatte acht Aktive der Hilfsorganisationen fotografiert, jeweils einmal in Einsatzbekleidung und einmal in privater Kleidung, um dem Ehrenamt ein Gesicht zu geben. Die Ausstellung wurde vor kurzem mit dem Förderpreis „Helfende Hand“ des Bundesinnenministers ausgezeichnet.

Auch in diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Jahresbilanz insbesondere auf der Notfallvorsorge, dem Bevölkerungs- und Katastrophenschutz, der Beteiligung an der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr, der Notfallrettung, der sanitätsdienstlichen Betreuung von Großveranstaltungen sowie der dazugehörigen Aus- und Fortbildung. In diesen Bereichen leisten die Münsteraner Hilfsorganisationen mit insgesamt 1.096 Ehrenamtlichen einen entscheidenden Dienst zum Wohle aller Münsteraner. Gerade im vergangenen Jahr 2014 waren die Hilfsorganisationen in Münster über die Maßen gefordert. Insgesamt erbrachten sie 71.096 Stunden ehrenamtliche Arbeit. Das entspricht einer Steigerung um 15% im Vergleich zum Vorjahr. Rund die Hälfte davon entfiel auf den Bereich Sanitätsdienst, ein Viertel auf den Katastrophenschutz, gefolgt von der Ausbildung mit 19% und dem Rettungsdienst mit 8%.

Vor allem die Unwetter des vergangenen Sommers prägten die Einsätze. Während des schweren Pfingststurmes besetzten die vier Hilfsorganisationen die Rettungswachen der Berufsfeuerwehr. Durch diese Unterstützung im Regelrettungsdienst entlasteten sie die Kollegen für die feuerwehrtechnischen Einsätze im Zusammenhang mit den Sturmschäden. Anlässlich des Starkregens Ende Juli leisteten die Hilfsorganisationen über diese Unterstützung des Regelrettungsdienstes hinaus vier Tage lang mit ihren ehrenamtlichen Einsatzeinheiten umfangreiche Hilfe. Sie halfen nicht nur bei der Evakuierung eines Altenheimes, bereiteten Mahlzeiten für die Feuerwehr-, Rettungs- und THW-Kräfte zu, assistierten bei der Koordination auswärtiger Feuerwehreinheiten, sondern waren auch Teil des Krisen- und Einsatzstabes der Stadt Münster.

Ehrenamtliche Helfer der vier Hilfsorganisationen nahmen auch im Jahre 2014 erneut an der „Woche der Wiederbelebung“ teil. Sie betreuten zahlreiche Großveranstaltungen rettungs- und sanitätsdienstlich, wie den Rosenmontagsumzug, den Münster-Marathon, den Münsterland Giro, zahlreiche Liga- und Pokalspiele des SC Preußen Münster sowie verschiedene Musik- und Stadtviertelfeste im gesamten Stadtgebiet. Ehrenamtlich besetzten sie an allen Wochenenden des Jahres von freitags bis sonntags den zusätzlichen Rettungswagen der Wache 8 zur Unterstützung der städtischen Notfallrettung. Auch die Aus- und Fortbildung der Bevölkerung im Rahmen der Ersten Hilfe wurde weiter vorangetrieben.

Zwei besondere Würdigungen wurden den Hilfsorganisationen im vergangenen Jahr zuteil: Oberbürgermeister Markus Lewe zeichnete sie mit der „Münsternadel“ aus, der höchsten Auszeichnung der Stadt für besonders vorbildlichen bürgerschaftlichen Einsatz. Aus der fachlichen Zusammenarbeit von ASB, DRK, JUH und MHD haben sich längst organisationsübergreifende freundschaftliche Beziehungen, enge Kooperationen und ein regelmäßiger Austausch ergeben. Diese gemeinsame Arbeit im Bündnis der Hilfsorganisationen möchten wir auch in Zukunft weiter intensivieren. Vertrauensvolle Gespräche mit der städtischen Verwaltung über eine stärkere Beteiligung der Hilfsorganisationen an der Notfallrettung im Regeldienst sind auf dem Weg.

Ein aktuelles Themenfeld betrifft die Situation der Flüchtlinge in Münster. Die Hilfsorganisationen sind Partner der Stadt, wenn es um die Unterbringung und Betreuung dieser Menschen geht. Seit dem Wochenende betreiben alle vier Hilfsorganisationen gemeinsam die Notunterkunft in der ehemaligen Wartburg-Hauptschule. Die enge Vernetzung von Ehrenamt und Hauptamt in den Hilfsorganisationen bietet die nötige Flexibilität und die personellen Ressourcen, um auf solche sozialen Herausforderungen genauso wie auf akute Schadenslagen kurzfristig reagieren zu können.

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